Erfolgreiches Foodsave-Bankett auf dem Rathausplatz: 450 Portionen gegen Lebensmittelverschwendung

Erfolgreiches Foodsave-Bankett auf dem Rathausplatz: 450 Portionen gegen Lebensmittelverschwendung

Das dritte Thuner Foodsave-Bankett, organisiert von UND Generationentandem und OHNI Thun, lockte auf dem Rathausplatz über 350 Besucher:innen an und servierte mehr als 450 Portionen – zubereitet von Foodsave-Pionier Mirko Buri, natürlich aus geretteten Lebensmitteln. Mit Kürbissuppe und Gemüsestroganoff setzte das Bankett ein starkes Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung und schuf mitten in Thun Raum für Begegnung, Austausch und bewussten Genuss.

Ein paar Fakten zu Lebensmittelverschwendung in der Schweiz

Menge an Lebensmittelabfällen: Jährlich landen in der Schweiz etwa 2,8 Millionen Tonnen Lebensmittel im Abfall, was etwa einem Drittel aller im Land produzierten Lebensmittel entspricht.
Umweltbelastung: Die verschwendeten Lebensmittel verursachen rund 25 Prozent der Treibhausgasemissionen der Schweizer Ernährung. Dies entspricht den Emissionen von etwa 1,3 Millionen Autos.
Kosten: Lebensmittelverschwendung kostet die Schweiz jährlich rund 10 Milliarden Franken.
Wasserverbrauch: Für die Produktion der weggeworfenen Lebensmittel wird etwa 15 Prozent des gesamten Schweizer Wasserverbrauchs benötigt.
Haushaltsverschwendung: Schweizer Haushalte verursachen rund 28 Prozent des Foodwaste, was etwa 90 Kilogramm Lebensmittelabfall pro Person jährlich entspricht.

Weitere Fakten zu Foodwaste in der Schweiz findet ihr HIER.

Klares Statement: Das Foodsave-Bankett Thun lädt nicht nur zum Geniessen ein, sondern möchte auch aufklören.
Bild: Michael Koster

Neuer Standort, gleiches Ziel: Das Foodsave-Bankett, angesetzt am Samstag, 26. Oktober 2024, ist zwar nicht das erste Thuner Foodsave-Bankett, aber das erste, das auf dem Rathaus, im Herzen Thuns, stattfinden konnte.

Im Herzen Thuns: Das dritte Thuner Foodsave-Bankett zog auch viele spontane Besucher:innen an.
Bild: Aline Piller

Aus mehr als 300 Kilogramm geretteten Lebensmitteln – vor allem aussortiertes und «unförmiges» Gemüse – bereitete Foodsave-Pionier Mirko Buri ein wahres Festmahl vor. Bis 17 Uhr gingen weit mehr als 450 Portionen und 100 Liter Kürbissuppe und 180 Kilogramm Gemüsestroganoff raus. Die Organisator:innen schätzen, dass etwas mehr als 350 Menschen ihren Weg ans Thuner Foodsave-Bankett fanden.

Grossratspräsidentin und Gemeinderätin begrüssen

Der Apéro und Workshop von OHNI Thun, der spannende Einblicke in die Kunst des Haltbarmachens bot, zog bereits früh die verschiedensten Menschen an – von Jugendlichen, die sich neu dafür interessierten, bis hin zu älteren Menschen, die auch ihre eigenen Tipps teilten.

Eine zeitlose Kunst: Der Einmach-Workshop von OHNI Thun zieht alle Generationen an.
Bild: Michael Koster

Offiziell eröffnet wurde das dritte Thuner Foodsave-Bankett von Grossratspräsidentin Dominique Bühler und Gemeinderätin Andrea de Meuron. Denn an diesem Samstag feiert Thun nicht nur ein Engagement gegen Foodwaste, sondern auch die Auszeichnung der Stadt Thun mit dem Label «Energiestadt Gold».

Labelübergabe im Rahmen des dritten Thuner Foodsave-Banketts: Andrea de Meuron nimmt im Rahmen der Stadt Thun das Label «Energiestadt Gold».
Bild: Aline Piller

Wenn es um Energie- und Klimapolitik geht, betonen beide Politikerinnen die Bedeutung einer Reduktion von Foodwaste. «Es ist erschreckend, dass in der Schweiz pro Person eine Mahlzeit im Abfall landet», betont Dominique Bühler und lobt das Thuner Foodsave-Bankett als wichtiges Instrument, um auf die weitverbreitete Lebensmittelverschwendung aufzuklären.

Auch Andrea de Meuron betont in ihrer Ansprache: «Lebensmittelverschwendung hat eine riesige Auswirkung auf unser Klima.» In einem Interview mit den Organisator:innen weist sie darauf hin, dass es eigentlich doch leicht ist, beim Einkauf zweimal zu überlegen und sich zu fragen: «Brauche ich das wirklich?»

Brauche ich das wirklich?

Andrea de Meuron
Mirko Buri mit Helfer:innen von UND Generationentandem an der Fassstrasse: Seit 10 Jahren setzt er seine Fähigkeiten als Koch gegen Foodwaste ein.
Bild: Michael Koster

Positive Resonanz und neue Möglichkeiten am Rathausplatz

Mit dem dann plötzlich sonnigen Rathausplatz als neuem Veranstaltungsort war das dritte Thuner Foodsave-Bankett ein Fest der Begegnungen und des bewussten Genusses. Die Organisator:innen von UND Generationentandem, OHNI Thun und Mirko Buri ziehen eine sehr positive Bilanz: Natalie Jacot, Geschäftsführerin von OHNI Thun, freut sich: «Der Standort mitten im Herzen von Thun hat es vielen Menschen ermöglicht, spontan dabei zu sein und ein Statement gegen Foodwaste zu setzen.» Auch Mirko Buri zeigt sich zufrieden: «Es war schön zu sehen, wie viele Menschen das Essen und die Botschaft hinter diesem Anlass wertgeschätzt haben.»

Sorgte für den perfekten süssen Abschluss: Natalie Jacot, Geschäftsleiterin von OHNI Thun, versorgt die Besucher:innen mit Desserts aus geretteten Lebensmitteln.
Bild: Michael Koster

Elias Rüegsegger, Geschäftsleiter von UND Generationentandem und Koordinator des Foodsave-Banketts, zieht ebenfalls eine positive Bilanz: «Zum ersten Mal mussten wir für das Foodsave-Bankett, das in seinen letzten zwei Ausführungen immer am dritten Tag des Generationenfestivals stattfand, eine komplett neue Infrastruktur aufbauen. Dank der etwa 40 Helfer:innen von UND Generationentandem hat alles perfekt geklappt.»

Wie immer bei Veranstaltungen von UND Generationentandem: Freiwillig Engagierte machen es möglich.
Bild: Michael Koster

Das dritte Thuner Foodsave-Bankett hat gezeigt, dass Engagement gegen Lebensmittelverschwendung und für Klimaschutz mitten in Thun auf grosse Resonanz stösst. Dank der neuen zentralen Lage und dem tatkräftigen Einsatz von Freiwilligen wurde das Bankett zu einem Ort des Austauschs und der Inspiration für Jung und Alt.

Drum würdi säge, sammlet die Räste und schaffed nöi legendäri Gricht.

Jovana Nikic

Der Poetry Slam von Jovana Nikic, die über die Bedeutung von Essen und dem bewussten Umgang damit sprach, machte den perfekten Abschluss. Mit ihren Worten erinnerte sie das Publikum daran, dass jede Mahlzeit wertvoll ist und es in unserer Hand liegt, Neues aus den Resten zu schaffen: «Drum würdi säge, sammlet die Räste und schaffed nöi legendäri Gricht.»

Auf den Punkt gebracht: Slam-Poetin Jovana Nikic über Foodwaste und «Essen ist Liebe. Essen ist Leben.»
Bild: Aline Piller
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